FAZ 12.01.2026
12:10 Uhr

Liveblog zu Frost und Glatteis: Frankfurter Flughafen streicht rund 100 Starts und Landungen


Viele Schulen bleiben geschlossen +++ Verkehrsminister: „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“ +++ In mehreren Bundesländern fällt Präsenzunterricht aus +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog zu Frost und Glatteis: Frankfurter Flughafen streicht rund 100 Starts und Landungen

Ein (gutes) Ende ist in Sicht: Nach Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) dürfte der Wintereinbruch am morgigen Dienstag in ganz Deutschland vorbei sein. Dort heißt es, von westwärts her ziehe mildere Luft herbei; bundesweit werden Plusgrade vorhergesagt. Einzig im äußersten Osten sowie im Nordosten soll es Dienstagvormittag noch Glatteisgefahr geben, bevor sich den Prognosen zufolge schließlich auch dort die Lage entspannt.Im weiteren Wochenverlauf soll es laut DWD wärmer werden, am Oberrhein sind sogar zweistellige Temperaturwerte möglich. Gebietsweise könne aber noch Nachtfrost auftreten, lokale Glätte sei deshalb nicht ausgeschlossen. 

Ein Schritt vor die Tür und schon ist es geschehen: Die derzeit grassierende gefrierende Nässe kann zu einem schmerzhaften Sturz führen. In Hamburg warnt der Deutsche Wetterdienst gar vor Gefahr für Leib und Leben. Und auch Radfahrer und Autofahrer sind davon betroffen. Wenn sich der Gang aus dem Haus aber partout nicht vermeiden lässt, gibt es einige Tipps, um möglichst sicher ans Ziel zu kommen.Die wichtigsten Antworten und Fragen:

Eine Frau hat ihr Baby in Hamburg in einem Auto zur Welt gebracht. Die Geburt am frühen Sonntagabend sei ohne Komplikationen gelungen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug kamen erst nach der Geburt bei Mutter und Kind an, um die beiden zu versorgen.Zuvor hatten mehrere Medien, darunter das  „Hamburger Abendblatt\" sowie der NDR berichtet. Demnach habe ein Feuerwehrmann dem Vater während der Geburt telefonisch Anweisungen gegeben, um das Baby sicher zu gebären. Mutter und Tochter seien danach beide in eine Klinik nach Hamburg-Altona gebracht worden. 

Wer sich auf dünnes Eis begibt, bringt sich und womöglich auch andere in Lebensgefahr: Die Feuerwehr Hamburg hat deshalb auf ihrer Website vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt. Die Tragfähigkeit des Eises gebe es nicht her, dass Personen das Eis gefahrlos betreten können. „In vielen Bereichen hält das Eis noch nicht einmal einen Hund\", heißt es da. Bislang hätten sich die Menschen in Hamburg aber auf die Warnung eingestellt.In Berlin und Brandenburg seien trotz Warnungen der Behörden wiederum Hunderte Leute am Wochenende zum Schlittschuhfahren auf Seen und Kanäle gegangen, wie der RBB berichtet: In der Rummelsburger Bucht in Berlin habe ein kreisender Polizeihubschrauber mittels Durchsagen die Menschen dazu auffordern müssen, sich wieder ans Ufer zu begeben.

Eigentlich sollte es der erste Schultag nach den Winterferien sein – doch wegen Schnee und Straßenglätte fällt an 450 Schulen in Hessen der Präsenzunterricht aus. Die entsprechenden Entscheidungen hätten die Schulen jeweils vor Ort in Abstimmung mit den Schulämtern getroffen, sagte eine Sprecherin des hessischen Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Dass regional und vor Ort entschieden werde und nicht alle landesweit rund 1800 öffentlichen Schulen den Präsenzunterricht aussetzen, sei angesichts der regional unterschiedlichen Wetterlage „der richtige Weg“. Über Homepages, E-Mail und soziale Netzwerke informierten Schulen die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern über die Unterrichtsausfälle. Stattdessen würden teils Arbeitsaufträge zur Verfügung gestellt, sagte die Ministeriumssprecherin. Viele Schulen böten zudem eine Notbetreuung an. Betroffen waren beispielsweise zahlreiche Schulen im Landkreis Waldeck-Frankenberg, im Wetteraukreis sowie im Rheingau-Taunus-Kreis.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in Hamburg und Schleswig-Holstein vor Glatteis durch gefrierenden Regen gewarnt. Es bestehe von 13.00 Uhr an Gefahr für Leib und Leben, heißt es in der über die Warn-App Katwarn verbreiteten amtlichen Unwetterwarnung. Sofern es möglich sei, gilt es laut DWD einen Aufenthalt im Freien und Fahrten zu vermeiden. Es könne auf allen Verkehrswegen zu Beeinträchtigungen bis hin zu Sperrungen oder Schließungen kommen. Autofahrer sollten deshalb möglichst volltanken und vorsichtshalber Decken und warme Getränke an Bord haben. Die Unwetterwarnung gelte bis Mitternacht. 

Schnee und Eisglätte sorgen in Hessen für Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kommt es aktuell im RMV-Gebiet witterungsbedingt zu Einschränkungen im Busverkehr. Es sei mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen, hieß es am Morgen. Einige Linien werden den Angaben zufolge komplett eingestellt.Betroffen sind demnach die Gebiete Gießen, Wetterau, Main-Taunus-Kreis sowie die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Limburg-Weilburg. Ebenfalls gibt es Probleme im Lahn-Dill-Kreis, Hochtaunuskreis sowie im Rheingau-Taunus-Kreis. Der RMV bittet Fahrgäste, sich kurz vor Antritt ihrer Fahrt über die RMV-Fahrplanauskunft über die aktuelle Lage und witterungsbedingte Ausfälle zu informieren.Auch in Nordhessen sorgt die Wetterlage für Probleme. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) sowie die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) teilten auf ihren Internetseiten mit, es könne aktuell auf vielen Linien zu Verspätungen und Ausfällen kommen. 

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen fällt am Montag aufgrund von Glatteisgefahr der Präsenzunterricht an Schulen aus. Viele Schulen am Untermain sind nunmehr nachgezogen:  „Vor dem Hintergrund der für heute geltenden amtlichen Unwetterwarnung vor Glatteis können die Straßenmeistereien die Schulwegsicherheit nicht gewährleisten“, teilten Kommunen auf der Webseite „Unterrichtsausfall.Bayern.de“ des Kultusministeriums mit. „Daher entfällt am 12. Januar 2026 der Präsenzunterricht in der Stadt und im gesamten Landkreis Aschaffenburg.“ Gleiches gelte für den Landkreis Miltenberg in Unterfranken.Infolge der Witterung rief der Deutsche Wetterdienst die zweithöchste Unwetterwarnstufe für den gesamten Freistaat Bayern aus. Auch im Saarland hatte das dortige Bildungsministerium wegen der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes den Präsenzunterricht an den Schulen für den Montag aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. 

Bahnreisende im Nordwesten der Republik können am Montagmorgen vorsichtig aufatmen: Trotz des Winterwetters fahren die Züge der Deutschen Bahn in Niedersachsen und Bremen überwiegend normal. „Der Zugverkehr ist heute Morgen gut gestartet“, sagte eine Sprecherin. Größere witterungsbedingte Einschränkungen gebe es derzeit nicht.Vereinzelt könne es jedoch weiter zu Teilausfällen oder kleineren Störungen kommen. Diese ließen sich in der Regel zeitnah beheben, hieß es weiter.Auf ihrer Website weist die Deutsche Bahn zudem auf Einschränkungen im Fernverkehr hin. Demnach halten alle ICE-Züge auf der Verbindung zwischen Berlin und Frankfurt am Main derzeit nicht in Braunschweig und Hildesheim. Außerdem sei auf einzelnen Strecken die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert worden, betroffen sei unter anderem die Verbindung zwischen Hannover und Frankfurt/Würzburg. 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Glatteiswarnung für Teile Nordrhein-Westfalens wieder aufgehoben. Vom Niederrhein bis nach Düsseldorf, Duisburg und Essen besteht nach Einschätzung der Meteorologen keine große Gefahr mehr durch überfrierende Nässe.Für die übrigen Teile von NRW wird weiter bis 10.00 Uhr mit der zweithöchsten Warnstufe vor glatten Straßen gewarnt. In Ostwestfalen könne es sogar bis 13.00 Uhr noch gefährlich glatt werden, schreibt der DWD.Die befürchtete Warmfront mit starken Regenfällen war bereits in der Nacht über die großen Ballungsräume in Nordrhein-Westfalen hinweggezogen. Auf den gefrorenen Böden führte der Niederschlag teilweise zu glatten Straßen. Es gab Staus und Unfälle, der Winterdienst war im Dauereinsatz. 

Starker Regen sorgt auf den gefrorenen Böden vor allem im Westen für gefährlich glatte Straßen. Im Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. Im Sauerland wurde die Polizei zu einigen Unfällen alarmiert. Der Winterdienst war überall im Dauereinsatz. Für weite Teile Deutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Während sich die Situation etwa am Niederrhein schon wieder entspannte, gilt die Warnung des DWD etwa für Erfurt noch bis 22 Uhr. Die Meteorologen riefen die Menschen auf, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“.Auf einigen Autobahnen ging es im Berufsverkehr am Morgen nur noch sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus.

Die Deutsche Bahn rechnet angesichts der angekündigten Glatteis-Lage am Montag mit Einschränkungen im Betrieb und mit Verspätungen. Man habe „vorsorglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert“, hieß es auf der Website der Bahn. Betroffen seien zunächst die Abschnitte zwischen Hannover und Frankfurt, Wolfsburg und Berlin sowie Köln und Frankfurt. Dadurch könne es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen. Alle ICE-Züge zwischen Berlin und Frankfurt würden zudem nicht in Braunschweig und Hildesheim halten, erklärte die Bahn. Insgesamt habe man einen guten Betriebsstart am Morgen erlebt, sagte aber eine Sprecherin. Im Norden könne es noch zu Teilausfällen im Regionalverkehr kommen. „Insgesamt gibt es bisher keine größeren Störungen durch Glätte und Eisregen.“ Punktuell komme es kurzzeitig zu Beeinträchtigungen, die die Bahn-Mitarbeiter bislang aber schnell erledigen konnten.

In einigen Bundesländern sind die Schulen zu, der ADAC und der Bundesverkehrsminister mahnen zur Vorsicht: In weiten Teilen Deutschlands soll es am Montag durch gefrierenden Regen gefährlich glatt werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für mehrere Bundesländer eine Unwetterwarnung wegen Glatteis aus.„Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“, sagte Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) der „Bild“-Zeitung mit Blick auf Tief „Gunda“, das auf Wintersturm „Elli“ folgte. Laut DWD besteht vor allem in der West- und Südhälfte Deutschlands hohe Glättegefahr.Schulen zu in einigen BundesländernIm bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr ebenso geschlossen wie in Niedersachsen und in Bremen. Der Präsenzunterricht fällt aus. In NRW werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit. Die Behörden in Niedersachsen verwiesen darauf, dass ein sicherer Schülertransport nicht gewährleistet werden könne. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln.Wegen der Blitzeis-Gefahr bekommen die Schülerinnen und Schüler in Bremen Distanzunterricht. Das bedeutet, dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Hause lernen – angeleitet von ihren Lehrkräften. „Ziel ist es, Risiken auf den Schulwegen zu vermeiden und die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern sowie Beschäftigten zu gewährleisten“, sagte eine Sprecherin des Bildungsressorts. Für Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause betreut werden können, wird an den allgemeinbildenden Schulen eine Notbetreuung organisiert. Schulbusse fahren am Montag nicht.Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehenlassen, warnte ein Sprecher.Bahn geht nicht von größeren Problemen ausDie Deutsche Bahn rechnet für Montag trotz der Warnungen nur mit kleineren Einschränkungen durch den gefrierenden Regen. Am Wochenende hatte Wintersturm „Elli“ im Norden Deutschlands noch für massive Einschränkungen im Fernverkehr gesorgt. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so große Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl. Am Montag seien aber noch Einschränkungen im Zugverkehr im Norden Deutschlands möglich.